Pfeifen und Holz
Die Wurzeln der Industrie in Schweina (heute ein Ortsteil von Bad Liebenstein nahe Eisenach) reichen bis ins Jahr 1887 zurück, als Carl Sebastian Reich hier eine Pfeifenfabrik gründete. Was als kleine Werkstatt begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem bedeutenden Holz- und Messwerkzeugverarbeiter und schaffte es bis vor dem Zweiten Weltkrieg zur größten Pfeifenfabrik Deutschlands.
Ermöglicht durch den Landescampus besuchten wir diesen „Lost Place“ und verbrachten dort Stunden. Es gibt enorm viel zu entdecken – und zu fotografieren. Das macht hungrig und deshalb war Jürgen unterwegs, um uns etwas zu futtern zu organisieren.
Für die Interessierten hier in alle Kürze die Meilensteine der Unternehmensgeschichte:
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Aufstieg & Sortimentserweiterung (1887–1945): Wegen Rohstoffengpässen und Konkurrenzdruck nach dem Ersten Weltkrieg erweiterte das Unternehmen sein Portfolio. Neben Tabakpfeifen fertigte man ab Ende der 1920er Jahre auch Holzwaren wie Zollstöcke, Wasserwaagen und Hobel. Das Areal wuchs um prägende Industrie- und Verwaltungsbauten im Historismus-Stil.
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DDR-Zeit (1953–1989): Nach der Enteignung der Eigentümer im Jahr 1953 wurde der Betrieb verstaatlicht und als VEB HOWAL (Holzwaren Liebenstein) bzw. VEB Pfeifen- und Holzerzeugnisse weitergeführt. Er blieb einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region für Holzwerkzeuge, Messgeräte und Pfeifen.
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Nachwendezeit & Schließung: Nach der Wiedervereinigung kam 1990 das Aus für den Großbetrieb. In kleinerem Rahmen wurde die Tradition ab 1993 als Pfeifenstudio am alten Standort noch bis 2017 fortgeführt.
Nach dem Lost Place gab es nur wenige Kilometer weiter den Schlosspark Altenstein zu bestaunen. Ein herrlicher Park, in dem es sich gemütlich flanieren lässt. Doch nicht all zu lange, denn wir wollten noch der Stadt Eisenach einen Besuch abstatten. Dort drückten wir auch noch ein wenig auf den Auslöser, verdrückten außerdem leckeres Eis und landeten schließlich bei unserer Abendeinkehr im Kartoffelhaus – richtig gutes Essen, sehr empfehlenswert!
Wieder einmal ein überaus gelungener Ausflugstag – wie die Bilder (samt einiger Making-of-Aufnahmen) zeigen:


